Viele Unternehmen und Verwaltungen setzen digitale psychometrische Tests und Fragebögen ein, um Bewerber auszuwählen, Kompetenzen und Potenziale von Mitarbeitern, Führungskräften oder Klienten zu analysieren und zu entwickeln oder auch um Arbeitstätigkeiten und Organisationsmerkmale sowie deren Wirkungen zu untersuchen. Einsteiger wie auch manche Anwenderin stehen jedoch vor gewissen Herausforderungen. Diese Praxistipps bieten Hinweise und Lösungen hierzu.
Hinweis: Dieser Artikel ist der erste Teil einer Reihe von 12 wöchentlichen Newsblog-Artikeln von Februar bis April 2026 mit Praxistipps zur Eignungsdiagnostik, zum digitalen Assessment und zu psychometrischen Tests für das HR-Management. Der zweite Beitrag zur Künstlichen Intelligenz in der Eignungsdiagnostik und Personalauswahl erscheint am 12.02.2026. Alle weiteren Termine und Themen am Schluss.
Übersicht
Psychometrische Tests inklusive Fragebögen sind psychologische Verfahren, die nach bestimmten Anforderungen an psychologische Messinstrumente entwickelt werden und bestimmte Gütekriterien erfüllen – die die Qualität dieser Verfahren und weitere wichtige Kriterien zeigen (vgl. DIN 33430 und Tipp 4).
Digitale Tests und Befragungen im HR-Management liefern neue Daten und Ergebnisse und ergänzen damit andere Analyse- und Beurteilungsinstrumente, wie Dokumentenanalyse, Interviews und systematische Verhaltensbeobachtungen in bestimmten Situationen (z.B. Probearbeitstage, Übungen im Assessment-Center oder Arbeitstätigkeiten).
Einsteiger und potenzielle Anwender in der Nutzung digitaler psychometrischer Tests stehen jedoch vor einigen Herausforderungen, die fachlicher, technischer und rechtlicher Art sind.
Mein Beitrag liefert Ihnen zehn Praxistipps, die Ihren Einstieg in psychometrische Tests und Fragebögen für das HR-Management erleichtern. Sie sind bereits Anwender? Dann finden Sie ebenfalls einige Informationen, die Ihnen helfen, Ihre Arbeit zu verbessern.
Hinweis: Zur Vereinfachung schreibe ich manchmal psychometrische Tests, was jedoch auch psychometrische Fragebögen umfasst.
Tipp 1: Klären Sie, bei welcher Aufgabe Ihnen psychometrische Tests und Fragebögen helfen sollen!
Diese Instrumente können, wie bereits angesprochen, für verschiedene Ziele im HR-Management eingesetzt werden. Klären Sie, bei welcher HR-Aufgabe psychometrische Tests eingesetzt werden sollen:
- Möchten Sie Ihr Recruiting und die Bewerberauswahl verbessern? Die Passung zwischen Job und Person erhöhen?
- Möchten Sie die Kompetenzen und Potenziale von Mitarbeitern, Führungskräften, Teams oder Klienten in einer Beratung ermitteln und entwickeln? Und ggf. Fortschritte evaluieren?
- Oder möchten Sie Arbeitstätigkeiten und Organisationsmerkmale analysieren, um z.B. ein Anforderungspotenzial zu erstellen, psychische Arbeitsbelastungen und Gefährdungen erkennen oder die Arbeit-, Führungs- und Organisationskultur besser zu gestalten?
Jede dieser Situationen profitiert vom Einsatz psychometrischer Tests und Fragebogen, die als Messinstrumente besonders objektiv, realiabel (zuverlässig) und valide sind (Hauptgütekriterien), und auch weitere, sogenannte Nebengütekriterien, wie Wirtschaftlichkeit, Fairness und Akzeptanz, erfüllen. Doch nicht jedes Testverfahren ist für jedes Ziel, jeden Merkmalsbereich und jede Zielgruppe entwickelt wurden, was uns zu Tipp 2 und 3 führt.
Tipp 2: Klären Sie, welche psychologischen Merkmalen Sie messen möchten! Und wie Tests bestehende Verfahren ergänzen.
Möchten Sie Kompetenzen und Potenziale von Personen zu einer bestimmen Position ermitteln, die sich auf die allgemeine oder spezielle Persönlichkeitseigenschaften beziehen? Stehen die kognitive Leistungsfähigkeit oder die Führungskompetenzen im Fokus? Oder interessieren Sie sich für besondere Merkmale wie das Potenzial für Unternehmensgründung und Selbstständigkeit?
Sollen psychologische Arbeitsanforderungen und Führungs- und Organisationsmerkmale erhoben werden, und / oder deren Wirkungen auf die psychische Beanspruchung, die Arbeitsmotivation, die Arbeitszufriedenheit, das Commitment oder arbeitsbedingte Erkrankungen wie chronischer Stress und Burnout?
Möchten Sie bestehende Verfahren wie Interviews oder Verhaltensbeobachtung mit psychometrischen Tests erweitern, kombinieren oder vielleicht den Aufwand reduzieren durch eine bessere Vorauswahl? Oder möchten Sie die Ergebnisse von Tests für Fragen im Interview oder Entwicklungsgespräche nutzen?
Natürlich können Sie bei Bedarf auch zwei oder mehr psychologische Merkmale aus verschiedenen Bereichen innerhalb eines Online-Assessments in einer so genannten Testbatterie kombinieren.
Clever ist beispielsweise ist die Kombination der Messung von Persönlichkeitseigenschaften und der kognitiven Leistungsfähigkeit oder von Arbeitsanforderungen und deren Wirkungen auf die psychische Beanspruchung, die Arbeitszufriedenheit oder das Commitment.
Im ersten Fall, weil beide Merkmalsbereiche einer Person unterschiedlich und eigenständig zum Berufs- und Unternehmenserfolg beitragen. Denn für die optimale Passung zwischen einer Arbeitstätigkeit und einer Person bedarf es die laut Anforderungsprofil entsprechenden persönlichkeits- und leistungsbezogenen Kompetenzen und Potenziale.
Im zweiten Fall, weil Sie sowohl Ansatzpunkte haben, um Arbeitstätigkeiten besser zu gestalten und gleichzeitig sehen, wie die aktuellen Arbeits- und Organisationsbedingungen sich auf Ihre Beschäftigten auswirken. Beispielsweise um Fehlzeiten und Fluktuation zu senken, die teilweise durch negative Faktoren in der Arbeit verursacht werden, wie Praxiserfahrungen, arbeitswissenschaftliche Modelle und Forschungsergebnisse zeigen.
Tipp 3: Bestimmen Sie die Zielgruppen bei den denen psychometrische Tests oder Fragebögen eingesetzt werden sollen.
Psychometrische Tests und Fragebögen im HR-Management unterscheiden sich grundsätzlich nicht nur darin, wie breit oder tief bzw. allgemein oder spezifisch sie einen bestimmten psychologischen Merkmalsbereich bzw. eine bestimmtes Merkmal messen, sondern teilweise auch bezüglich ihrer Zielgruppen.
Wenn gleich viele dieser Verfahren bei unterschiedlichen beruflichen Zielgruppen eingesetzt werden können, gibt es bestimmte Verfahren, die ausdrücklich oder eher für eine der folgenden Gruppen entwickelt wurden: Führungskräfte, Nachwuchsführungskräfte, Ausbildungsplatzbewerber, Beschäftigte, Selbstständige, Vertriebler, Hochschulabsolventen oder Menschen mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen.
Tipp 4: Informieren Sie sich über die DIN 33430!
Sie kennen die Aufgabe, die Merkmale und die Zielgruppen, bei denen psychometrische Tests oder Fragebögen eingesetzt werden sollen. Sehr gut! Damit haben Sie bereits sehr konkrete Vorstellungen hinsichtlich des Einsatzes dieser interessanten Instrumente, um ihre Beurteilungsprozesse im HR-Management einen Qualitätsschub zu verleihen.
Nun (oder auch bereits vorher sinnvoll), lege ich Ihnen ans Herz, sich über die DIN 33430 zu informieren: Dies Industrienorm enthält Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik, und sie hat sich seit ihrer erstmaligen Publikation 2002 in Deutschland etabliert (in Österreich und der Schweiz gibt es eine vergleichbare Norm; international mit der ISO 10667 einen ähnlichen, etwas abweichenden Standard).
Die DIN 33430 beschreibt Qualitätskriterien und -standards und bezieht sich auf alle Situationen, in denen die Eignung inkl. das Potenzial einer Person beurteilt wird. Sie ist jedoch keine Produkt-, sondern eine Dienstleistungsnorm, die sowohl Aussagen über (a) die Qualifikation der Beteiligten, (b) die Instrumente als auch (c) die Prozesse trifft. Sie finden dort auch eine List mit Verfahren, die zur Eignungsbeurteilung verwendet werden können wie psychometrische Tests und Fragebögen.
Informieren Sie sich über die DIN 33430 durch eine Internetrecherche, ein Fachbuch (siehe auch Tipp 5) und natürlich den Normtext selbst, erhältlich bei DIN Media (früher Beuth-Verlag) oder kostenfrei einsehbar über bestimmte Datenbanken und Auslegestellen bzw. Normen-Infopoints (z.B. Hochschulen, IHK; Beispiele: Hochschule Düsseldorf Hochschulbibliothek, Verein Deutscher Ingenieure.)
Starten Sie heute mit DIN SCREEN 4 – Checkliste zur Kontrolle und Optimierung der Qualität berufsbezogener Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 von Martin Kersting (2025), die Sie hier kostenfrei herunterladen können (86 Seiten). Hinweis: Martin Kersting ist einer der renommiertesten Experten für Eignungsdiagnostik in Deutschland.
Hier ein Verweis auf eine weitere, relevante Norm: Planen Sie den Einsatz psychometrischer Fragebögen zur psychologischen Arbeitsanalyse und zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen bei der Arbeit nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes, informieren Sie sich über die DIN EN ISO 10075 (siehe auch auch Tipp 6).
Tipp 5: Erweitern und vertiefen Sie Ihre Kenntnisse in Eignungsdiagnostik sowie psychometrischen Tests und Fragebögen.
Nun ist es angebracht, sich tiefer mit den Grundlagen und Standards beruflicher Eignungsdiagnostik und der DIN 33430, seiner Instrumente und Prozesse zu beschäftigen (sofern Sie hierfür ausreichend Ressourcen verfügen und keine externe Unterstützung benötigen). Dies kann auf mehreren Wegen erfolgen:
- Fachbücher
- Videos und Podcasts
- Weiterbildungen
- Bachelor-Studium der Wirtschaftspsychologie?
Fachbücher
- Standards der Personaldiagnostik von Uwe Peter Kanning (2019, 2. Auflage), ein ausführliches (Nachschlage-)Werk mit fast 800 Seiten
- Alternativ, kürzer mit 248 Seiten und aktueller: Eignungsdiagnostik: Qualifizierte Personalentscheidungen nach DIN 33430 (inkl. KI in der Personalauswahl, DIN SPEC 91426 zum Videointerview, ISO 10667) von Harald Ackerschott, Norbert Siegfried Gantner und Günter Schmitt (2023).
- Ebenfalls sollte in die Auswahl kommen das Fachbuch des Diagnostik- und Teskuratorium (Hrsg., 2018) Personalauswahl kompetent gestalten: Grundlagen und Praxis der Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 mit 263 Seiten.
Weitere Fachbücher bieten sich an zu speziellen und / oder aktuellen Themen wie Diagnostik für Führungspositionen bzw. Management-Diagnostik, digitale Personalauswahl und KI-gestützter Eignungsdiagnostik, Gamification, Persönlichkeitstests oder Leistungstests. Hier gibt es einige aktuelle und bald erscheinende Werke, deren Lektüre lohnt!
Und: Schauen Sie sich auch den „Ethik Check KI an: Die Richtlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz und weiteren digitalen Technologien in der Personalarbeit als Checkliste“, die hier als PDF verfügbar ist (20 Seiten).
Videos und Podcasts
Weitere Optionen, um seine Kenntnisse über Eignungsdiagnostik und psychometrischen Tests zu erweitern, sind Videos und Podcasts. Beispielsweise die Reihe „15 Minuten Wirtschaftspsychologie“ mit Uwe Peter Kanning auf YouTube. Folge 106 informiert zu Situational Judgment Tests.
Auf der Videoplattform von Google finden Sie auch weitere Videos renommierter Wirtschaftspsychologen und Eignungsdiagnostikern wie Rüdiger Hossiep (Co-Autor des BIP) oder, wie bereits oben genannt, Martin Kersting (humorvoll: Sein Beitrag zum Science Slam 2024 Marburg). Zwei Beispiele für einen Podcast ist dieser mit Experte Harald Ackerschott oder dieser mit einem Praxisbeispiel für Eignungsdiagnostik beim Unternehmen Rossmann. Ein wichtiger Akteur ist auch Jo Diercks, der Ihnen bei einer Recherche begegnen wird.
Weiterbildungen
Sie suchen nach einer Weiterbildung zur Eignungsdiagnostik und zur DIN 33430? Hierzu stehen Ihnen spezielle Qualifizierungsangebote zur Verfügung, die mit einer Prüfung und ggf. einer Personen-Lizenz zur Eignungsdiagnostik abschließen: Beispielsweise von der Deutsche Psychologen Akademie.
Meist weniger brauchbar sind Seminare und Qualifizierungen zu einzelnen Verfahren (meist zu Persönlichkeit) einzelner Anbieter, deren psychometrische Qualität recht unterschiedlich ausfällt. Hier gilt es sehr genau zu prüfen, ob das Verfahren und die Lizenzierungsseminare wirklich ihr Geld wert sind und zu den gewünschten Zielen passen. Bewertungsmaßstab ist wieder die DIN 33430 sowie die eignungsdiagnostische Verortung und Qualifikation des Anbieters, die von nicht vorhanden bis ausgezeichnet reicht.
Bachelor-Studium Wirtschaftspsychologie?
Streben Sie vielleicht sogar nach umfassenden Wissen und noch fundierteren Kenntnissen? Dann ist vielleicht ein Bachelor-Studium der Wirtschaftspsychologie etwas für Sie, welches Sie nebenberuflich an einer Fern- und / oder Fachhochschule absolvieren können.
Hier erlernen Sie nicht nur die Grundlagen und Anwendung der Eignungsdiagnostik, sondern natürlich weiterer Methoden und Inhalte wie psychologische Arbeitsanalyse und Organisationsdiagnostik, zentrale Theorien und Modelle sowie Wissen über psychologische Merkmale und deren Zusammenhänge. Und natürlich stehen Ihnen dadurch mehr und weitere berufliche Möglichkeiten offen!
Dies mag zwar nur für wenige Leser:innen der richtige Weg sein, sollte jedoch in dieser Liste nicht fehlen.
Tipp 6: Klären Sie die rechtlichen Bedingungen für den Einsatz psychometrischer Tests und Fragebögen in Ihre Unternehmen mit den relevanten Personen!
Der Einsatz psychometrischer Tests und Fragebogen in Unternehmen berührt einer Reihe rechtlicher Fragen, die Berücksichtigung relevanter rechtlicher Bedingungen und die Kommunikation mit relevanten Personengruppen und Personen.
Nicht nur innerhalb der HR-Abteilung, sondern vor allem außerhalb, wie der Geschäftsleitung, dem Datenschutzbeauftragen, dem Betriebs- oder Personalrat, dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement bzw. dem Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Informieren Sie sich über Datenschutz und Mitbestimmung, klären Sie über den Sinn, Zweck und die Vorteile auf, und holen Sie das Einverständnis der Betroffenen oder Zustimmungspflichtigen ein.
Formulieren Sie passende Erklärungen, denen die Bearbeiter vor Durchführung zustimmen sollen und ggf. eine Betriebsvereinbarung. Holen Sie sich ggf. rechliche Unterstützung, wenn Sie oder in Ihrer HR-Abteilung nicht über entsprechende Kompetenzen verfügen.
Tipp 7: Klären Sie die technischen Bedingungen!
Digitale psychometrische Tests und Fragebögen werden in der Regel durch ein spezielles Testsystem eines externen Anbieters verwaltet, durchgeführt und ausgewertet. Einige Unternehmen bieten Ihnen eine Online-Plattform oder lokale Software an, in der Sie selbstständig Tests erwerben, vorgeben, automatisch auswerten und Berichte erstellen können. Zudem können Sie Daten und Ergebnisse exportieren, in andere HR-Software-Systeme importieren oder direkt über ein API-Schnittstelle anbinden.
Ich empfehle hier immer, jemanden aus der IT-Abteilung mit ins Boot zu holen oder einen technisch versierten Mitarbeiter aus der HR-Abteilung, in der es solche durch den verbreiteten Einsatz von HR-Software und People & HR-Analytics immer mehr werden.
Alternativ, wenn Sie sich nicht in ein solches Testsystem und die damit möglichen Tests einarbeiten wollen, können Sie auf den Service des Anbieters oder von spezialisierten Unternehmen zurückgreifen, die diese Aufgaben für Sie erledigen.
Tipp 8: Holen Sie sich Unterstützung!
Niemand kann alles – oder muss alles können! Gerade der HR-Bereich hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren deutlich verändert. Neben einer starken technologischen, digitalen und datengetriebenen Entwicklung mit vielen HR-Software-Anbietern, mit Cloud-Lösungen, mit People- und HR-Analytics und mit Künstlicher Intelligenz verändert sich auch dessen Rolle: Statt Verwaltung von HR-Daten und Mitarbeitern hin zu Business-Partnerschaft, Effizienz und Employee Experience über den gesamten Lebenszyklus eines Mitarbeiters mit seinen vielfältigen Aufgaben. Hinzu kommen Budgetkürzungen und weniger Personen im HR-Bereich.
An dieser Stelle macht es Sinn darüber nachzudenken, ob nicht ein externer Dienstleister mit spezieller Expertise viele Aufgaben beim Einsatz psychometrischer Tests und Fragebögen abnehmen kann, um einen zuverlässigen, schnellen und qualitativ hochwertigen Prozess zu gewährleisten.
Wie die Eigenentwicklung von Tests häufig viel zu viel Geld und Zeit kostet, ist auch die Unterstützung bei der Auswahl, Durchführung und Auswertung psychometrischer Tests und Fragebögen bis hin zu individuellen Rückmeldungen oft kostengünstiger und qualitativ besser, als die alleinige interne Beschäftigung mit diesen relativ komplexen Verfahren.
Tipp 9: Achten Sie bei der Auswahl von Testsystemen, Anbietern und Dienstleistern auf bestimmte Faktoren!
Möchten Sie psychometrische Tests und Fragebogen einsetzen und externe Unterstützung in Anspruch nehmen, dann stellt sich Ihnen die Frage nach der Auswahl passender Testsysteme, Anbieter und Dienstleister. Welche Kriterien sollen Sie hierzu heranziehen?
Neben der oben erwähnten DIN 33430 zur Prüfung der Qualifikation der Beteiligten und der eingesetzten Verfahren helfen Ihnen folgende Auswahlkriterien: Einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen in Eignungsdiagnostik durch formale Qualifikationen (Wirtschaftspsychologe, Diplom-Psychologe oder DIN-Lizenz), abgeschlossene Projekte, eigene Testentwicklungen, Publikationen, Interviews, Vorträge, Artikel, LinkedIn-Posts.
Tipp 10: Lesen Sie einen Leitfaden!
Einen komprimierten Einstieg finden Sie auch in dem 50-seitigem Springer-Essential von Thomas Steiniger: Der Einsatz von psychologischen Testverfahren in Unternehmen: Ein Leitfaden für Anwender und solche, die es werden wollen. In acht kurzen Kapiteln erfahren Sie vieles, was Sie zum Thema wissen sollten. Ähnliche Hinweise finden Sie z.B. in Bezug auf Persönlichkeits- und Leistungstest bei Hossiep & Mühlhaus (2015) sowie Schmidt-Atzert & Krumm (2009).
Fazit
Dieses zehn Tipps enthalten viele wichtige Hinweise, um den Einsatz psychometrischer Tests und Fragebögen für das HR-Management zu planen und anzugehen. Sie sind jedoch nicht abschließend, noch jeder für jede Situation und für jede Organisation in gleicher Weise relevant.
Unterschiede in der Planung und Umsetzung gibt es zwischen Großunternehmen, mittelständischen Unternehmen und Startups, zwischen Branchen und HR-Bereichen, zwischen Wirtschaft und Verwaltung.
Und auch dann, wenn bereits Erfahrungen mit psychometrischen Tests und Fragebögen vorliegen, also kein völlig neuer Einstieg ansteht. Doch auch hier können mittels dieser Praxistipps mögliche Missverständnisse in diesem relativ anspruchsvollem Gebiet ausgeräumt werden.
Besprechen und planen Sie daher bei Bedarf mit einem Experten, wie Sie am besten psychometrische Tests und Fragebögen für Ihre individuelle Herausforderung im HR-Management einsetzen können, welche Anbieter und Testsysteme für Sie passen und weitere relevante Punkte.
Gerne stehe ich Ihnen für ein unverbindliches Erstgespräch zur Verfügung: Vereinbaren Sie Ihren Termin mit mir telefonisch unter 0152 23591736, schreiben Sie mir eine Nachricht bzw. E-Mail oder buchen Sie einen Termin online.
Viel Erfolg bei der Umsetzung der Tipps und ich freue mich, Sie ggf. kennen zu lernen!
Freundliche Grüße
Stefan Klemens
Weitere Termine und Themen zu dieser Newsblog-Reihe
Wie zu Beginn geschrieben, hier nun die gesamte Liste zur 12-teiligen Reihe von wöchentlichen Newsblog-Artikeln von Februar bis April 2026 mit Praxistipps zur Eignungsdiagnostik, zum digitalen Assessment und zu psychometrischen Tests für das HR-Management.
05.02.2026: Teil 1: Einsatz psychometrischer Tests und Fragebögen im HR-Management: 10 Praxistipps
12.02.2026: Teil 2: Künstliche Intelligenz in der Eignungsdiagnostik und Personalauswahl – Praxistipps für HR-Professionals
19.02.2026: Teil 3: Potenziale messen für Startups und Unternehmensgründungen – Praxistipps für Banker, Förderer und Investoren
26.02.2026: Teil 4: Wie teste ich für Führungspositionen? Praxistipps zur Auswahl und Entwicklung
05.03.2026: Teil 5: New Work I – Psychologische Arbeits- und Organisationsmerkmale messen, bewerten und gestalten – Tipps
12.03.2026: Teil 6: Persönlichkeitstests im HR-Management – 10 Praxistipps für Anwender und Einsteiger
19.03.2026: Teil 7: New Work II – Arbeitsmotivation, Arbeitszufriedenheit und Commitment: Praxistipps zur Messung und Gestaltung
26.03.2026: Teil 8: Qualitätsstandards, Normen und Gesetze in der Eignungsdiagnostik: Praxistipps für hochwertige und sichere Beurteilungen
02.04.2026: Teil 9: Leistungsfähigkeit und Intelligenz mit psychometrischen Tests messen: Praxistipps für HR-Professionals
09.04.2026: Teil 10: Psychische Arbeitsbelastungen und Gefährdungsbeurteilung: Praxistipps
16.04.2026: Teil 11: Psychische Beanspruchung, Stress und Burnout messen und vermeiden: Praxistipps
23.04.2026: Teil 12: – folgt –
Hinweis: Geringe Änderungen in Bezug auf Thema, Titel und Reihenfolge möglich.
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